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02-11-2003 Verschiedenes
Russische Militärökologen schlagen Alarm
( MOSKAU ) Der Chef der Abteilung Ökologische Sicherheit der russischen Streitkräfte, Generalleutnant Alewtin Junak, ist für die ökologische Sicherheit von Militärobjekten der russischen Armee und Flotte sowie für die Arbeit von Militärs zur Reinigung von Testgeländen, Flugplätzen sowie Schmier- und Brennstofflagern verantwortlich.

Ihm ist auch der Umweltschutz in Orten unterstellt, in denen ausgemusterte Atom-U-Boote eingelagert werden, aber auch Raumbahnhöfe und umliegende Territorien, die von den täglichen Abfallprodukten der Armee sauber gehalten werden sollen. Alles, was fährt, fliegt, schwimmt, schießt oder in den erdnahen Raum befördert wird, wirkt auf die Umwelt, auf die Natur und auf die Gesundheit der Menschen. Das Hauptanliegen der Militärökologen besteht darin, den Schaden durch diesen Einfluss nach Möglichkeit zu minimieren, den Boden vom technogenen Schmutz zu reinigen wie auch die Natur und die Menschen zu schützen.

Besonders akut sei das Problem der Reinigung der Flughäfen von ausgelaufenen Ölprodukten, sagte General Junak. In der russischen Armee gebe es zurzeit mehr als zwanzig solcher "Krisenobjekte". Am schlimmsten sei die Situation im Wolgaland, im Raum der Stadt Engels: Aus drei undichten Behältern der Fernfliegerkräfte sickerten im Laufe von Jahren knapp 20.000 Tonnen Flugzeugbenzin in die Erde. In der Siedlung Ukrainka im Fernöstlichen Wehrbezirk bildete sich in einer Tiefe von 20 bis 25 Metern eine so genannte "Kerosin-Linse" von etwa 20.000 Tonnen. Im Raum der Stadt Jejsk am Asowschen Meer gibt es einen großen Kerosin-See (40.000 Tonnen). Der See frisst sich immer näher an die Bucht von Taganrog heran und droht, alles Leben im Asowschen Meer auszulöschen. Auch bei Moskau, im Raum des zentralen Militärflughafens Tschkalowski, sickerten bislang knapp 3.000 Tonnen Kerosin aus defekten Behältern in die Keller von Wohnhäusern in einer Armeesiedlung und machten das Leben der Flieger und ihrer Familien unerträglich.

Für eine sachkundige, zivilisierte und gefahrlose Beseitigung einer solchen Verschmutzung sind nach Junaks Worten mindestens fünf bis sieben Jahre erforderlich. Diese Einschätzung basiert auf ausländischen Erfahrungen, so auf Erfahrungen des Militärflughafens Lärz in Deutschland. Es geht um eine Analyse der Krisensituation, die Ausarbeitung eines Projekts der Reinigung, seine Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden und die Ausschreibung eines Wettbewerbs zur Organisierung der Arbeiten. Erst am Ende des Marathons steht die Reinigung selbst.

In Engels werden entsprechende Arbeiten seit 1994 durchgeführt. Bislang wurden alle Behälter für Schmier- und Brennstoffe wieder abgedichtet. Wegen fahrlässiger Verseuchung der Böden hatte das Verteidigungsministerium bereits eine Strafe von 30 Millionen Rubel gezahlt. Ende 2003 soll das erste von Kohlenwasserstoffen gereinigte Gelände den örtlichen Behörden übergeben werden. Die Übergabe des zweiten Areals ist für das kommende Jahr und des dritten für 2005 geplant. Parallel wird auch auf dem Flugplatz in Tschkalowski und in Jejsk gearbeitet. (militärpolitischer RIA-„Nowosti"-Kommentator Viktor Litowkin)

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