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15-10-2003 Verschiedenes
Ist "Dynamos" Arsenal besser?
„Dynamo" Kiew ist einer der besonders maßgebenden und erfolgreichen Fußballklubs im ganzen postsowjetischen Raum. Diese Mannschaft, die die Hauptstadt der Ukraine vertritt, machte bereits 1936 von sich reden, als sie bei der ersten UdSSR-Landesmeisterschaft die Silbermedaillen gewann.

Aber es verging ein Vierteljahrhundert, bevor die Kiewer erstmals Spitzenreiter des sowjetischen Fußballs wurden, und zwar als sie 1961 zum erstenmal Landesmeister geworden waren und dadurch die langjährige Hegemonie der Moskauer Mannschaften gestört hatten. „Dynamo" Kiew gelang es in den 60er Jahren, den Rekord zu wiederholen, den der berühmte Moskauer Fußballklub ZSKA aufgestellt hatte, als er dreimal nacheinander (1966, 1967 und 1968) UdSSR-Landesmeister geworden war. In der Geschichte des sowjetischen Fußballs gelang das keinem mehr. Die scharfe Rivalität zwischen der Kiewer Mannschaft und den Moskauer Fußballklubs dauerte drei Jahrzehnte, bis zum Zerfall der UdSSR im Jahre 1991, an. In all diesen Jahren wurde „Dynamo" Kiew 13 Mal Landesmeister der UdSSR. Ihren letzten Titel als Landesmeister der Sowjetunion erkämpfte die Mannschaft 1990.

Einer der besonders herausragenden Fußballspieler der UdSSR-Auswahl und von „Dynamo" Kiew war Alexej Michailitschenko, der mit Erfolg sowohl als Stürmer als auch als Läufer spielen konnte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion setzte er seine sportliche Karriere in Italien und Schottland fort, wo er die Farben solcher bekannten Klubs wie „Sampdoria" und „Glasgo Rangers" erfolgreich vertrat. Nur einige wenige Fußballspieler können damit prahlen, dass sie Landesmeister zugleich von drei Staaten sind. Michailitschenko gelang das. Er war dreimal Landesmeister der UdSSR und dreimal von Italien und Schottland.

Im Mai vorigen Jahres wurde er zum Trainer von „Dynamo" Kiew. Aber er änderte nicht die Trainerprinzipien Valeri Lobanowskis, seines Vorgängers. Das war auch nicht nötig. Die Mannschaft spielte in den letzten Jahren bei den Landesmeisterschaften der Ukraine und bei internationalen Turnieren recht erfolgreich. So gewannen die Kiewer fünf der letzten sechs Landesmeisterschaften der Ukraine. „Dynamo" beteiligt sich ständig an der Champions League. Besonders erfolgreich war der Klub in der Saison 1998-1999, als er beim Gruppenturnier der Champions League den ersten Platz belegte und übrigens auch die Oberhand über den FC „Arsenal" London gewann (3:1, 1:1). Dann besiegte die Mannschaft im Viertelfinale der Champions League der nächsten Saison „Real" Madrid (1:1, 2:0) und kam ins Halbfinale, wo sie in einem gleichwertigen Kampf dem FC „Bayern" München unterlag (3:3, 0:1). Eben bei diesem Champions-League-Turnier glänzte der stärkste Stürmer von „Dynamo" Kiew, Andrej Schewtschenko, mit dem höchsten Können. Er wurde mit 11 Toren zum besten Torschützen des Turniers. Bald darauf wurde Schewtschenko von FC Mailand gekauft, wo er bis heute noch brilliert. "Dynamo" gelang es nicht, eine gleichwertige Ablösung für ihn zu finden, obwohl der Klub recht aktiv nach eigenen und ausländischen Talenten sucht. Die Mannschaftszusammensetzung ist heute recht stabil.

Alexej Michailitschenko meint, dass heute alle Spieler seiner Mannschaft in guter Form sind. Ich bin damit sehr zufrieden, wie sich Schazkich, Gavrancic, Rincon und andere in den letzten Spielen gezeigt haben. Sie haben einen hohen emotionalen Aufschwung, und der Misserfolg im Spiel gegen „Inter" in Mailand hat sie nicht gebrochen, sagt Michailitschenko. Es sei daran erinnert, dass „Dynamo" Kiew beim Gruppenturnier der Champions League schon zwei Spiele hinter sich hat. Zunächst besiegte sie „Lokomotiv" Moskau (2:0) im Heimspiel und verlor dann gegen „Inter" Mailand beim Auswärtsspiel (1:2), wobei Christian Vieri das entscheidende Tor in der letzten Spielminute schoss.

Michailitschenko betrachtet die Niederlage in Mailand als ungerecht. Wir spielten nicht schlechter als die italienische Mannschaft, die uns in nichts überlegen war. Doch eine Reihe von unerfreulichen Fehlern ermöglichte es uns nicht, ein positives Ergebnis zu erreichen. Aber das Spiel gegen „Inter" hat immerhin gezeigt, dass wir gegen jede Mannschaft erfolgreich spielen können, schlussfolgert Michailitschenko optimistisch. Er meint nicht, dass „Inter" sich mit den beiden Siegen bereits den ersten Platz gesichert hat, obwohl die Chancen des italienischen Fußballklubs für den Turniersieg groß sind. Der ganze Kampf steht noch bevor. Wir rechnen weiter damit, dass es uns gelingen wird, in die nächste Etappe der Champions League zu kommen. Ich zweifle nicht daran, dass auch „Arsenal", eine willensstarke und erfahrene Mannschaft hoher Klasse, der Spieler von Weltruf angehören, ein Wörtchen mitreden wird, erklärte Michailitschenko. Heute stellen sich die „Dynamo"-Fußballer gerade auf das Spiel gegen „Arsenal" als das wichtigste ein und versuchen, in ihrem taktischen Arsenal eine besonders gute Waffe gegen den berühmten Londoner Klub zu finden.

Dieses Spiel wird am 21. Oktober in Kiew in dem Stadion stattfinden, das einst den Namen des sowjetischen Staatschefs der 50er-60er Jahre Nikita Chrustschow getragen hat und heute Nationaler Sportkomplex „Olimpijski" heißt. Das Stadion bietet etwa 80 000 Zuschauern Platz, und das Interesse für das bevorstehende Spiel ist derart groß, dass man in Kiew sicher ist, dass die Hauptsportarena der Hauptstadt der Ukraine am Tag des Spiels „Dynamo"-„Arsenal" überfüllt sein wird. (Valeri ASRIJAN, Kommentator bei RIA „Nowosti")

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