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15-09-2003 Verschiedenes
Mit dem Auto nach Russland
Grüner Schein statt Grüner Karte
Die bequemste Art nach Russland zu reisen, ist sicher das Flugzeug. Wer aber dennoch, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Auto fährt, muss seinen Wagen seit dem 1.7.2003 bei der Einreise in die Russische Föderation versichern. Die grüne Versciherungskarte wird nicht anerkannt.

Wer die kürzseste, aber nicht unbedingt schnellste und bequemste Route über Polen und Weißrussland wählt, muss sogar zweimal bezahlen: an der polnisch-weißrussischen und an der weißrussisch-russischen Grenze. In Weißrussland ist übrigens auch eine Straßnbenutzungsgebühr von drei Dollar fällig.

An der russischen Grenze begibt man sich nach der Passkontrolle und vor der Zollabfertigung zu einem Versicherungsagenten und schließt für sein Fahrzeug für die Dauer seines Aufenthaltes in Russland eine Haftpflicht-Versicherung ab. Die Tarife sind bei allen Gesellschaften gleich. Leider gibt es die Versicherungsinformationen nur in Russisch. Überhaupt wäre es sehr gewagt, ohne – zumindest grundlegende – Russisch-Kenntnisse, eigene oder der Begleitung, mit dem Auto durch Russland zu fahren. Die grüne Police am besten beim Fahrzeugschein aufbewahren und Versicherungsaufkleber sichtbar an der Windschutzscheibe befestigen, um nicht von der nächsten Milizkontrolle angehalten zu werden.

Was kostet eine Versicherungs-Police?

Das hängt sowohl von der Motorleistung – in kW oder PS – ab wie auch von der Reisedauer. Wer beispielsweise mit 100 PS unterwegs ist, muss für einen Zeitraum von zwei Wochen rund 1300 Rubel berappen ( etwa 40 Euro). Dafür ist er im Falle eines Haftpflichtschadens bis maximal 400.000 Rubel ( rund 13.000 Euro) versichert, darunter bis höchstens 240.000 Rubel ( rund 8000 Euro) bei Personen- und bis 160.000 Rubel ( rund 5.000 Euro) bei Sachschäden.

Was tun im Falle eines Unfalles?

Das Auto auf keinen Fall vom Unfallort entfernen, auch nicht an den Straßenrand stellen! Die Miliz informieren und deren Erscheinen abwarten, auch wenn das mitunter sehr lange dauert. Wenn die Schuldfrage zu den eigenen Ungunsten geklärt ist, muss innerhalb von fünf Tagen die Versicherungsgesellschaft informiert werden. Die Adressen liegen der Police bei, allerdings nur in russisch. Der Unfallgegner hat bei der Versicherung seine Forderung geltend zu machen. Die Gutachter der Gesellschaft besichtigen und bewerten den Schaden. Innerhalb von 20 Tagen wird dann die Regulierungssumme ausgezahlt.

Schwierig wird es, wenn der offensichtliche Schaden die Versicherungssumme überschreitet. Dann ist es nämlich Sache der Unfallgegner sich zu einigen. Und das ist erfahrungsgemäß nicht einfach, denn der andere wird vermutlich mit allen Mitteln versuchen, an sein Geld für die Reparatur zu kommen. Um solchen Komplikationen zu entgehen, gibt es drei Möglichkeiten: erstens, an der Grenze eine Zusatz-Police zu erwerben, die Schäden bis zu 10.000 US-Dollar absichert, zweitens, sehr vorausschauend fahren und immer mit dem Unmöglichsten zu rechnen und drittens, den Wagen stehen zu lassen und mit dem öffentlichen Nahverkehr zu fahren... (hh/.RU)

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