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01-12-2002 Bolschoi-Theater
Seit 1776 - Bolschoi Theater in Moskau
Das Bolschoi Theater ist seit über 225 Jahren Moskaus erste Adresse für Ballett, Oper und Theateraufführungen. Das Bolschoi ist weltweit ein Symbol für russische Kultur und Russland schlechthin geworden. Nicht nur Tschaikowskis "Schwanensee" und "Boris Godunow" von Mussorgskij erlebten auf der Bühne des Bolschoi Theaters ihre Uraufführung. Das Haus bietet 2300 Zuschauern Platz und sorgt mit einer eigenen Ballettschule für steten Nachwuchs unter den russischen Ballet-Stars, die nach wie vor als Weltspitze gelten. Nicht zufällig ist das größte Problem im Bolshoi, Tickets für die gefragten Vorstellungen zu bekommen. Die Geschichte - vom Petrowski zum BolschoiPetrowskij Theater (1776-1805) Bolschoj Petrowskij Theater (1825-1853) Bolschoi Theater (seit 1856) Das Bolschoi, wie es heute im Herzen Moskaus zu sehen und zu besuchen ist, existiert seit 1856. Die Geschichte des Bolschoi reicht aber noch weiter zurück. Sie beginnt mit dem Theater-Liebhaber Prinz Peter Urusow, 1776 eine Baugenehmigung von Zarin Katherina II. erhielt.

Vier Jahre später errichteten die Architekten Christian Rosberg und M.Medox in nur fünf Monaten das Theater Petrowski. Dieses erste Haus, daß auf seinem Wege mehrere Metarmorphosen durchlebte, war am Ufer des Flusses Neglinka in der Ulitza Petrowski gelegen. Mit nur 22 Schauspielern, 7 Tänzern und 13 Musikern hatte das Petrowski Theater nur ein kleines Ensemble, dessen Darsteller in Theaterstücken, Oper und Ballettaufführungen gleichzeitig auftraten.

Feuer - Wasser - Asche

Verheerende Brände zerstörten das Bolschoi zweimal vollständig. Im Oktober 1805, sorgten zwei im Kostümraum vergessene brennende Kerzen dafür, daß das Petrowski Theater bis auf die Grundmauern niederbrannte. "Es ist, als wenn es nie existiert hätte", lautet die Tagebuchnotiz eines betroffenen Moskauer Theatergängers.


Die folgenden zwei Jahrzehnte blieb die Schauspielgruppe des Petrowski Theaters, bis zur Wiedereröffnung 1825, ohne ein eigenes Dach und trat auf verschiedenen privaten Bühnen in Moskau auf. Die Periode erfolgreichen Schaffens nach der Wiedereröffnung am 6. Januar 1825 währte nur kurz.

Schon 1853 vernichtete der zweite Brand das in Bolschoi-Petrowski umbenannte Theater, das zweitgrößte Europas nach La Scalla in Milan. Drei Tage wütete das Feuer und ließ nur einen Schatten von dem übrig, was dort einmal gestanden hatte. Albert Cavos gewann den Architekten-Wettbewerb und baute aus den Ruinen das neue Bolschoi so auf, wie es uns bis heute erhalten blieb.

Das Bolshoi bis heute

In den Revolutionsjahren 1905 und 1917 wurde das Gebäude nur leicht beschädigt. Auch in den Wirren des Bürgerkrieges litt es kaum. 1920 wurde zu Ehren des 150. Geburtstages Beethovens in einem früheren Salon der russischen Aristokratie 1920 ein neuer Konzertsaal eröffnet.

Den zweiten Weltkrieg überlebte das Bolschoi ebenfalls relativ unversehrt. Das Ensemble flüchtete 1941 nach Samara auf die Bühne des Kuibyschew-Palastes. Nach der Revolution hatten sich die Inhalte der Inszenierungen und die Anlässe der Sonderveranstaltungen geändert. Von Nationaler Bedeutung waren nun die Jahrestage der Revolution oder die Kongresse der Kommunistischen Partei. Heute gehört das Bolschoi Theater zwar noch zu den national und international berühmtesten Theaterhäusern. Was die Qualität der Inszenierungen betrifft, musste es allerdings schon seit Längerem seinen Führungsanspruch an das Mariinski Theater in Petersburg abtreten.



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